Die Wangen deines Kindes leuchten plötzlich kräftig rot, fast wie nach einem Sonnenbrand oder als hätte es jemand geküsst, und kurz darauf zeigt sich an Armen und Beinen ein hellroter, girlandenförmiger Ausschlag. Das sind typische Zeichen für Ringelröteln, auch Fünfte Krankheit genannt. Für Kinder ist sie fast immer harmlos.
Eine Besonderheit macht Ringelröteln trotzdem wichtig: Sie sind schon ansteckend, bevor der Ausschlag überhaupt sichtbar wird, und für Schwangere können sie gefährlich sein. Hier liest du, woran du Ringelröteln erkennst, wie die Ansteckung funktioniert und worauf es ankommt.
Kurz gesagt
Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 ausgelöst und verlaufen bei Kindern meist harmlos, oft sogar ohne Beschwerden. Typisch sind kräftig gerötete Wangen und ein girlandenförmiger Ausschlag an Armen und Beinen. Wichtig: Ansteckend ist dein Kind vor allem, bevor der Ausschlag erscheint, mit dem Ausschlag in der Regel nicht mehr. Für ungeschützte Schwangere kann eine Infektion gefährlich werden. Eine Impfung oder spezielle Behandlung gibt es nicht.
Eine wichtige Klarstellung vorweg: Trotz des ähnlichen Namens haben Ringelröteln nichts mit den Röteln zu tun. Sie werden von einem ganz anderen Erreger ausgelöst, dem Parvovirus B19.
Woran erkenne ich Ringelröteln?
Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen zeigt sich der charakteristische Ausschlag, sofern die Infektion überhaupt Symptome macht. Viele Kinder erkranken ganz ohne Ausschlag.
| Zeichen | So zeigt es sich |
|---|---|
| Gerötete Wangen | Kräftig rote, warme Wangen, schmetterlingsförmig über Wangen und Nase, wie geohrfeigt. |
| Ausschlag am Körper | Hellroter Ausschlag an Armen, Beinen und Rumpf, der ein girlanden- oder ringelförmiges Muster bildet. |
| Schwankend | Der Ausschlag kann durch Sonne, Wärme oder Anstrengung erneut aufflammen und über Tage kommen und gehen. |
| Begleitend | Manchmal leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, oft aber kaum beeinträchtigtes Befinden. |

Wie ansteckend sind Ringelröteln?
Hier liegt die wichtigste Besonderheit. Das Virus wird über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Am ansteckendsten ist dein Kind in den Tagen, bevor der Ausschlag erscheint, also genau dann, wenn man noch nichts ahnt. In dieser frühen Phase treten höchstens leichte, unspezifische Beschwerden wie bei einem grippalen Infekt auf. Sobald der Ausschlag sichtbar ist, ist das Kind in der Regel nicht mehr ansteckend. Deshalb lässt sich die Weitergabe kaum verhindern, und auch beschwerdefreie Kinder können das Virus übertragen. Wer Ringelröteln durchgemacht hat, ist danach lebenslang immun.
Warum Ringelröteln in der Schwangerschaft gefährlich sind
Für die meisten Menschen sind Ringelröteln harmlos. Steckt sich jedoch eine Schwangere ohne Immunschutz an, kann das Virus auf das ungeborene Kind übergehen und eine schwere Blutarmut auslösen. In ungünstigen Fällen kann es zu einer gefährlichen Flüssigkeitsansammlung beim Fetus bis hin zu einer Fehlgeburt kommen. Das Risiko ist vor allem in der ersten Hälfte der Schwangerschaft erhöht. Schwangere, die Kontakt zu einem erkrankten Kind hatten oder im Umfeld eines Ausbruchs sind, sollten das deshalb ärztlich abklären lassen.
Behandlung und Kita-Besuch
Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, eine Impfung ebenfalls nicht. Da Ringelröteln bei Kindern meist mild verlaufen, ist in der Regel auch keine besondere Therapie nötig. Bei Bedarf linderst du Fieber und Unwohlsein mit den üblichen Maßnahmen. Weil dein Kind mit dem Auftreten des Ausschlags meist nicht mehr ansteckend ist, gibt es nach dem Infektionsschutzgesetz keine besondere Besuchssperre für Kita oder Schule. Sobald es deinem Kind gut geht, darf es also wieder hin.
Mehr zu Ausschlägen findest du im Beitrag zu Ausschlag bei Kindern, eine Übersicht weiterer Themen unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Ringelröteln
Für Kinder sind Ringelröteln fast immer harmlos und verlaufen oft sogar ohne Beschwerden. Gefährlich werden sie vor allem für ungeschützte Schwangere, bei denen das Virus dem ungeborenen Kind schaden kann.
Am ansteckendsten ist das Kind in den Tagen, bevor der Ausschlag erscheint. Sobald der Ausschlag sichtbar ist, ist es in der Regel nicht mehr ansteckend. Deshalb lässt sich die Weitergabe kaum verhindern.
Ja, in der Regel. Da das Kind mit dem Auftreten des Ausschlags meist nicht mehr ansteckend ist, gibt es keine besondere Besuchssperre. Sobald es sich wohlfühlt, darf es wieder in die Einrichtung.
Eine Ansteckung in der Schwangerschaft, vor allem in der ersten Hälfte, kann beim ungeborenen Kind eine schwere Blutarmut auslösen. Schwangere mit Kontakt zu einem erkrankten Kind sollten das ärztlich abklären lassen.
Nein, eine Impfung gibt es nicht, ebenso keine spezifische Behandlung. Die Erkrankung heilt bei Kindern in der Regel von allein. Wer sie durchgemacht hat, ist danach lebenslang immun.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Schwangere mit Kontakt zu einem erkrankten Kind sollten ärztlichen Rat einholen.
Quellen: Robert Koch-Institut: Ringelröteln (Parvovirus B19) · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Ringelröteln
Melanie
Diese rote Wange wie eine Ohrfeige war bei meiner Tochter total typisch. Erst dachte ich, sie hätte sich gestoßen. Dann kam der girlandenartige Ausschlag an den Armen dazu, genau wie hier beschrieben.