Kinder Tipps / Ratgeber / Familienleben / Kinderkrankheiten / Ringelröteln bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Schwangerschaft

Ringelröteln bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Schwangerschaft

Veröffentlicht

13.02.2024

Aktualisiert

30.06.2026

Kategorie

Ringelröteln bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Schwangerschaft

Die Wangen deines Kindes leuchten plötzlich kräftig rot, fast wie nach einem Sonnenbrand oder als hätte es jemand geküsst, und kurz darauf zeigt sich an Armen und Beinen ein hellroter, girlandenförmiger Ausschlag. Das sind typische Zeichen für Ringelröteln, auch Fünfte Krankheit genannt. Für Kinder ist sie fast immer harmlos.

Eine Besonderheit macht Ringelröteln trotzdem wichtig: Sie sind schon ansteckend, bevor der Ausschlag überhaupt sichtbar wird, und für Schwangere können sie gefährlich sein. Hier liest du, woran du Ringelröteln erkennst, wie die Ansteckung funktioniert und worauf es ankommt.

Eine wichtige Klarstellung vorweg: Trotz des ähnlichen Namens haben Ringelröteln nichts mit den Röteln zu tun. Sie werden von einem ganz anderen Erreger ausgelöst, dem Parvovirus B19.

Woran erkenne ich Ringelröteln?

Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen zeigt sich der charakteristische Ausschlag, sofern die Infektion überhaupt Symptome macht. Viele Kinder erkranken ganz ohne Ausschlag.

ZeichenSo zeigt es sich
Gerötete WangenKräftig rote, warme Wangen, schmetterlingsförmig über Wangen und Nase, wie geohrfeigt.
Ausschlag am KörperHellroter Ausschlag an Armen, Beinen und Rumpf, der ein girlanden- oder ringelförmiges Muster bildet.
SchwankendDer Ausschlag kann durch Sonne, Wärme oder Anstrengung erneut aufflammen und über Tage kommen und gehen.
BegleitendManchmal leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, oft aber kaum beeinträchtigtes Befinden.
Typische Zeichen von Ringelröteln. Ein ähnlicher Ausschlag kann viele Ursachen haben, sicher klären lässt sich das ärztlich. Quelle: RKI, kinderaerzte-im-netz.
Eltern betrachten den girlandenförmigen Ausschlag

Wie ansteckend sind Ringelröteln?

Hier liegt die wichtigste Besonderheit. Das Virus wird über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Am ansteckendsten ist dein Kind in den Tagen, bevor der Ausschlag erscheint, also genau dann, wenn man noch nichts ahnt. In dieser frühen Phase treten höchstens leichte, unspezifische Beschwerden wie bei einem grippalen Infekt auf. Sobald der Ausschlag sichtbar ist, ist das Kind in der Regel nicht mehr ansteckend. Deshalb lässt sich die Weitergabe kaum verhindern, und auch beschwerdefreie Kinder können das Virus übertragen. Wer Ringelröteln durchgemacht hat, ist danach lebenslang immun.

Warum Ringelröteln in der Schwangerschaft gefährlich sind

Für die meisten Menschen sind Ringelröteln harmlos. Steckt sich jedoch eine Schwangere ohne Immunschutz an, kann das Virus auf das ungeborene Kind übergehen und eine schwere Blutarmut auslösen. In ungünstigen Fällen kann es zu einer gefährlichen Flüssigkeitsansammlung beim Fetus bis hin zu einer Fehlgeburt kommen. Das Risiko ist vor allem in der ersten Hälfte der Schwangerschaft erhöht. Schwangere, die Kontakt zu einem erkrankten Kind hatten oder im Umfeld eines Ausbruchs sind, sollten das deshalb ärztlich abklären lassen.

Behandlung und Kita-Besuch

Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, eine Impfung ebenfalls nicht. Da Ringelröteln bei Kindern meist mild verlaufen, ist in der Regel auch keine besondere Therapie nötig. Bei Bedarf linderst du Fieber und Unwohlsein mit den üblichen Maßnahmen. Weil dein Kind mit dem Auftreten des Ausschlags meist nicht mehr ansteckend ist, gibt es nach dem Infektionsschutzgesetz keine besondere Besuchssperre für Kita oder Schule. Sobald es deinem Kind gut geht, darf es also wieder hin.

Mehr zu Ausschlägen findest du im Beitrag zu Ausschlag bei Kindern, eine Übersicht weiterer Themen unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zu Ringelröteln

Für Kinder sind Ringelröteln fast immer harmlos und verlaufen oft sogar ohne Beschwerden. Gefährlich werden sie vor allem für ungeschützte Schwangere, bei denen das Virus dem ungeborenen Kind schaden kann.

Am ansteckendsten ist das Kind in den Tagen, bevor der Ausschlag erscheint. Sobald der Ausschlag sichtbar ist, ist es in der Regel nicht mehr ansteckend. Deshalb lässt sich die Weitergabe kaum verhindern.

Ja, in der Regel. Da das Kind mit dem Auftreten des Ausschlags meist nicht mehr ansteckend ist, gibt es keine besondere Besuchssperre. Sobald es sich wohlfühlt, darf es wieder in die Einrichtung.

Eine Ansteckung in der Schwangerschaft, vor allem in der ersten Hälfte, kann beim ungeborenen Kind eine schwere Blutarmut auslösen. Schwangere mit Kontakt zu einem erkrankten Kind sollten das ärztlich abklären lassen.

Nein, eine Impfung gibt es nicht, ebenso keine spezifische Behandlung. Die Erkrankung heilt bei Kindern in der Regel von allein. Wer sie durchgemacht hat, ist danach lebenslang immun.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Schwangere mit Kontakt zu einem erkrankten Kind sollten ärztlichen Rat einholen.

Quellen: Robert Koch-Institut: Ringelröteln (Parvovirus B19) · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Ringelröteln

Kommentare

Diese rote Wange wie eine Ohrfeige war bei meiner Tochter total typisch. Erst dachte ich, sie hätte sich gestoßen. Dann kam der girlandenartige Ausschlag an den Armen dazu, genau wie hier beschrieben.

carola.lesemaus

Ich bin schwanger und total verunsichert, weil in der Kita meiner Großen Ringelröteln umgehen. Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Sprich das unbedingt mit deinem Frauenarzt ab, die können deinen Immunstatus über das Blut prüfen. Viele Erwachsene hatten es als Kind und sind dann immun. Ich war damals zum Glück geschützt, aber sicher ist sicher, lass es checken.

gudrun_ausm_pott

Tückisch finde ich, dass die Ansteckung schon vorbei ist, sobald der Ausschlag da ist. Da hat man als Eltern gar keine Chance, andere zu schützen.

Danke für den klaren Abschnitt zur Schwangerschaft. Das ist genau die Info, nach der ich gesucht habe und die man sonst nirgends so verständlich findet.


Du hast eine Frage oder Meinung zum Artikel?

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht