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Mittelohrentzündung bei Kindern: was hilft und wann zum Arzt

Veröffentlicht

13.02.2024

Aktualisiert

30.06.2026

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Mittelohrentzündung bei Kindern: was hilft und wann zum Arzt

Dein Kind wacht nachts weinend auf, fasst sich immer wieder ans Ohr und hat Fieber, oft mitten in einer Erkältung. Eine akute Mittelohrentzündung ist einer der häufigsten Gründe für plötzliche, heftige Ohrenschmerzen bei kleinen Kindern. So schmerzhaft sie ist, in den meisten Fällen klingt sie von allein wieder ab.

Die wichtigste Frage für Eltern ist meist: Was lindert jetzt die Schmerzen, und wann braucht mein Kind ein Antibiotikum? Hier liest du, woran du eine Mittelohrentzündung erkennst, was sofort hilft, wann Abwarten sinnvoll ist und wann dein Kind in die Praxis gehört.

Woran erkenne ich eine Mittelohrentzündung?

Häufig kündigt sie sich im Verlauf eines Schnupfens an: Die Schleimhäute schwellen an, die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr wird schlechter belüftet, und Krankheitserreger gelangen ins Mittelohr. Typische Zeichen sind:

ZeichenSo zeigt es sich
OhrenschmerzenStechend und pulsierend, oft plötzlich und nachts, im Liegen meist schlimmer.
VerhaltenKleine Kinder schreien, sind unruhig und greifen sich wiederholt ans Ohr.
BegleitendHäufig Fieber, manchmal ein vorausgehender oder begleitender Schnupfen.
Manchmal AusflussLäuft Flüssigkeit aus dem Ohr, kann das Trommelfell leicht eingerissen sein, die Schmerzen lassen dann oft nach.
Typische Zeichen einer akuten Mittelohrentzündung. Quelle: kinderaerzte-im-netz, BZgA.

Was hilft sofort? Schmerzlinderung zuerst

Weil die meisten Mittelohrentzündungen von allein ausheilen, steht das Lindern der Schmerzen am Anfang im Mittelpunkt. Das hilft deinem Kind durch die ersten Tage:

Wann ist ein Antibiotikum nötig?

Anders als früher wird heute nicht jede Mittelohrentzündung sofort mit einem Antibiotikum behandelt. Der Grund: In den ersten Tagen bringt es kaum zusätzliche Schmerzlinderung, kann aber Nebenwirkungen verursachen. Bei sonst gesunden Kindern ist deshalb ein abwartendes Beobachten unter guter Schmerzbehandlung oft vertretbar. Ein Antibiotikum wird vor allem dann eingesetzt, wenn das Kind jünger als sechs Monate ist, schwer krank wirkt oder hohes Fieber hat, beide Ohren zusammen mit Fieber betroffen sind oder sich die Beschwerden nach etwa zwei Tagen nicht bessern. Diese Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt.

Die Ärztin untersucht das Ohr mit dem Otoskop

Wann muss mein Kind zum Arzt?

In diesen Fällen solltest du dein Kind ärztlich untersuchen lassen:

Kann ich einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Ganz verhindern lässt sie sich nicht, weil sie meist mit Erkältungen zusammenhängt. Einige Dinge senken das Risiko aber: die Nase bei Infekten frei halten, eine rauchfreie Umgebung für dein Kind und, bei Babys, das Stillen, das einen gewissen Schutz bietet. Auch die üblichen Hygieneregeln gegen Erkältungen helfen indirekt.

Bei begleitendem Schnupfen und Husten hilft auch unser Beitrag zu Husten bei Kindern. Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zur Mittelohrentzündung

Nein. Bei etwa vier von fünf Kindern bessern sich die Beschwerden innerhalb von drei Tagen von allein. Im Vordergrund steht die Schmerzlinderung. Ein Antibiotikum ist vor allem bei Babys, schweren Verläufen oder ausbleibender Besserung nach zwei Tagen nötig.

Altersgerechte Schmerz- und Fiebermittel wie Ibuprofen oder Paracetamol nach ärztlicher Anweisung, dazu freie Atemwege durch kindgerechte Nasentropfen, ein leicht erhöhter Oberkörper beim Schlafen und Ruhe.

Bei Kindern unter zwei Jahren immer, außerdem wenn die Schmerzen länger als zwei Tage anhalten, das Kind schwer krank wirkt oder Flüssigkeit aus dem Ohr läuft beziehungsweise eine Schwellung hinter dem Ohr auftritt.

Bei den meisten Kindern bessern sich die Beschwerden innerhalb von etwa drei Tagen deutlich. Hält der Schmerz länger an oder verschlimmert er sich, gehört das ärztlich abgeklärt.

Ganz verhindern lässt sie sich nicht. Hilfreich sind freie Atemwege bei Erkältungen, eine rauchfreie Umgebung und bei Babys das Stillen, das einen gewissen Schutz bietet.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Babys, starken oder anhaltenden Ohrenschmerzen wende dich an die Kinderarztpraxis.

Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Mittelohrentzündung, Therapie · BZgA / kindergesundheit-info.de: Atemwegsinfekte bei Kindern

Kommentare

Unser Sohn hatte ständig Mittelohrentzündungen, gefühlt jeden zweiten Monat. Diese nächtlichen Schreiattacken mit Griff ans Ohr kennen wohl alle betroffenen Eltern. Irgendwann kamen Paukenröhrchen und seitdem ist Ruhe.

Stimmt es, dass man nicht sofort Antibiotika braucht? Unser Arzt wollte erst 48 Stunden abwarten, ich war erst skeptisch.

Ja, das ist mittlerweile gängige Praxis bei älteren Kindern, viele Ohrenentzündungen heilen von allein. Schmerzmittel gegen die Schmerzen und abwarten. Bei Babys und sehr hohem Fieber sieht es aber anders aus, das hat man uns klar gesagt.

miriam_ausm_pott

Warme Zwiebelsäckchen aufs Ohr waren bei uns das Hausmittel der Wahl. Klingt nach Oma, hat aber die Nacht erträglicher gemacht, bis wir zum Arzt konnten.

Wichtig fand ich den Hinweis, dass man bei Flüssigkeit oder Eiter aus dem Ohr sofort zum Arzt soll. Das hatte ich vorher nicht so auf dem Schirm.

annika.zwergenpapa

Danke, sehr beruhigend geschrieben. Man fühlt sich nachts so hilflos, wenn das Kind vor Schmerzen weint.


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