Plötzlich sind die Wangen deines Kindes dick geschwollen, fast wie bei einem Hamster, das Kauen tut weh und es hat Fieber. Das sieht nach Mumps aus, im Volksmund Ziegenpeter genannt. Seit es die Impfung gibt, ist die Erkrankung in Deutschland selten geworden, ganz verschwunden ist sie aber nicht.
Bei den meisten Kindern verläuft Mumps harmlos, in seltenen Fällen kann er aber Komplikationen machen. Hier liest du, woran du Mumps erkennst, wie ansteckend er ist, was deinem Kind hilft und warum die Impfung so wichtig ist.
Kurz gesagt
Mumps ist eine Virusinfektion, deren Leitsymptom die schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen ist, die typischen Hamsterbacken. Sie wird über Tröpfchen und Speichel übertragen. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, nur die Beschwerden werden gelindert. Der beste Schutz ist die MMR-Impfung. Dein Kind darf frühestens fünf Tage nach Beginn der Wangenschwellung und nach Abklingen der Beschwerden wieder in die Kita.
Woran erkenne ich Mumps?
Nach einer Inkubationszeit von etwa 16 bis 18 Tagen beginnt Mumps oft mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Das auffälligste Zeichen folgt dann: die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen.
| Zeichen | So zeigt es sich |
|---|---|
| Geschwollene Wangen | Schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, in 70 bis 80 Prozent beidseitig, abstehende Ohrläppchen. |
| Schmerzen | Schmerzen beim Kauen, Schlucken und Sprechen, oft verstärkt durch Saures. |
| Allgemein | Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit. |
| Dauer | Die Schwellung hält meist drei bis acht Tage an. |
Wichtig zu wissen: Bei 30 bis 40 Prozent der Kinder verläuft Mumps ohne deutliche Symptome. Auch dann ist das Kind aber ansteckend.
Wie ansteckend ist Mumps?
Das Mumpsvirus wird über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen sowie über direkten Speichelkontakt übertragen, etwa über gemeinsam benutztes Besteck. Am ansteckendsten ist dein Kind rund um den Krankheitsbeginn, von etwa zwei Tagen vor bis einige Tage nach Beginn der Schwellung. Wer Mumps einmal durchgemacht hat, ist danach in der Regel lebenslang geschützt.
Was hilft, und welche Komplikationen sind möglich?
Eine Behandlung gegen das Virus selbst gibt es nicht, du kannst aber die Beschwerden lindern. Schmerz- und fiebersenkende Mittel nach ärztlicher Rücksprache, weiche Kost, ausreichend trinken und das Kühlen der geschwollenen Wangen tun gut. Saure Speisen und Getränke meidest du besser, weil sie den Speichelfluss anregen und so die Schmerzen verstärken.
Meist heilt Mumps folgenlos aus. In seltenen Fällen sind Komplikationen möglich, etwa eine Hirnhautentzündung, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder bei Jungen nach der Pubertät eine schmerzhafte Hodenentzündung. Auch eine Hörminderung ist möglich, die in seltenen Fällen bleibend sein kann. Beobachte dein Kind deshalb gut und such ärztlichen Rat, wenn es ihm zunehmend schlechter geht.
- Rasch zum Arzt bei Warnzeichen
Bei starken Kopfschmerzen mit steifem Nacken, anhaltendem Erbrechen, starken Bauchschmerzen, Hörproblemen oder bei Hodenschmerzen ärztliche Hilfe holen. - Auf Flüssigkeit achten
Wenn das Schlucken wehtut, trinkt dein Kind oft zu wenig. Biete häufig kleine Mengen an.

Schützt eine Impfung vor Mumps?
Ja, und sie ist der wichtigste Schutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Mumps-Impfung als Teil der Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Die erste Dosis wird im Alter von 11 bis 14 Monaten gegeben, die zweite mit 15 bis 23 Monaten. Nach zwei Dosen sind die meisten Kinder zuverlässig geschützt. Die Impfung schützt dein Kind und hilft zugleich, die Ausbreitung in der Gemeinschaft einzudämmen.
Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?
Dein Kind darf nach Abklingen der Krankheitszeichen wieder in die Gemeinschaftseinrichtung, frühestens jedoch fünf Tage nach Beginn der Wangenschwellung. Mumps ist meldepflichtig, deshalb musst du die Einrichtung informieren. Ein ärztliches Attest ist für die Rückkehr gesetzlich nicht vorgeschrieben.
Mehr zu anderen impfpräventablen Krankheiten findest du in unserer Übersicht zu Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Mumps
Am ansteckendsten ist das Kind rund um den Krankheitsbeginn, von etwa zwei Tagen vor bis einige Tage nach Beginn der Wangenschwellung. Übertragen wird das Virus über Tröpfchen und Speichel.
Die typische Schwellung der Ohrspeicheldrüsen hält meist drei bis acht Tage an. Danach klingt die Erkrankung in der Regel folgenlos ab.
Meist heilt Mumps ohne Folgen. Selten kommt es zu einer Hirnhautentzündung, einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, einer vorübergehenden Hörminderung oder bei Jungen nach der Pubertät zu einer Hodenentzündung. Bei Warnzeichen ärztliche Hilfe holen.
Ja. Die STIKO empfiehlt die MMR-Impfung mit der ersten Dosis im Alter von 11 bis 14 Monaten und der zweiten mit 15 bis 23 Monaten. Nach zwei Dosen sind die meisten Kinder zuverlässig geschützt.
Nach Abklingen der Beschwerden, frühestens fünf Tage nach Beginn der Wangenschwellung. Mumps ist meldepflichtig, die Einrichtung muss informiert werden, ein Attest ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Warnzeichen wie steifem Nacken oder anhaltendem Erbrechen wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis.
Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Mumps · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Mumps
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