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Ringwurm bei Kindern: kein Wurm, sondern Hautpilz

Veröffentlicht

13.02.2024

Aktualisiert

30.06.2026

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Ringwurm bei Kindern: kein Wurm, sondern Hautpilz

Eine runde, gerötete Hautstelle mit einem betonten Rand, die schuppt und juckt: Das sieht aus wie ein kleiner Ring auf der Haut und heißt im Volksmund Ringwurm. Doch keine Sorge, mit einem Wurm hat das gar nichts zu tun. Dahinter steckt ein Hautpilz, der bei Kindern recht häufig vorkommt und gut behandelbar ist.

Weil der Name so irreführend ist, klären wir zuerst genau das auf und zeigen dir dann, woran du den Hautpilz erkennst, wie er übertragen wird, oft sogar von Haustieren, und wie er behandelt wird.

Kein Wurm, sondern ein Pilz

Der Begriff Ringwurm stammt vom englischen ringworm und vom ringförmigen Aussehen der Hautstellen, ist aber medizinisch falsch. Verursacher sind Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten, vor allem aus den Gruppen Microsporum und Trichophyton. Diese Pilze ernähren sich von Hornsubstanz in Haut, Haaren und Nägeln. Mediziner sprechen von Tinea, je nach Ort etwa von Tinea corporis am Körper oder Tinea capitis an der Kopfhaut.

Hautpilz kann auch von Tieren wie Katzen übertragen werden

Wie sieht Hautpilz aus, und wie steckt man sich an?

Am Körper zeigt sich der Hautpilz als ringförmige, am Rand betonte, schuppende und meist juckende Stelle, die sich langsam ausbreitet. An der Kopfhaut, die bei Kindern besonders häufig betroffen ist, kommt es zu Schuppung, Rötung und manchmal zu kahlen Stellen, weil die Haare abbrechen.

Übertragen wird der Pilz auf drei Wegen, die du kennen solltest:

AnsteckungswegBeispiel
Von TierenHäufig von Katzen, aber auch Hunden oder Nagern, die den Pilz tragen, ohne selbst krank zu wirken.
Von Mensch zu MenschBei engem Hautkontakt, etwa beim Toben, Kuscheln oder Sport.
Über GegenständeMützen, Kämme, Handtücher, Bettwäsche oder Sportmatten.
Die drei Ansteckungswege bei Hautpilz. Gerade die Übertragung durch Haustiere wird oft übersehen. Quelle: AWMF-Leitlinie Tinea capitis.
Hautpilz wird meist mit einer Antipilz-Creme behandelt

Wie wird Hautpilz behandelt?

Hautpilz heilt nicht von allein und gehört ärztlich abgeklärt, denn die richtige Behandlung hängt davon ab, wo der Pilz sitzt. Eine begrenzte Tinea am Körper wird in der Regel örtlich mit einer Antipilz-Creme (Antimykotikum) behandelt. Befällt der Pilz dagegen die Kopfhaut, reicht eine Creme nicht aus, dann ist eine innerliche Behandlung mit Tabletten oder Saft über mehrere Wochen nötig, oft begleitet von einem antimykotischen Shampoo. Wichtig ist, die Behandlung konsequent bis zum Ende durchzuführen, auch wenn die Haut schon besser aussieht.

Wann zum Arzt, und was ist mit der Kita?

Bei ringförmigen, juckenden Hautstellen oder kahlen, schuppigen Stellen auf dem Kopf solltest du dein Kind ärztlich vorstellen, gerade Kopfpilz braucht eine gezielte Behandlung und eine Bestimmung des Erregers. Wann dein Kind wieder in die Kita darf, richtet sich nach der ärztlichen Einschätzung und der begonnenen Behandlung. Persönliche Gegenstände sollten in dieser Zeit nicht geteilt werden.

Bei anderen Hautthemen hilft auch unser Beitrag zu Ausschlag bei Kindern. Eine Übersicht findest du unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zu Ringwurm und Hautpilz

Nein. Trotz des Namens ist Ringwurm kein Wurm, sondern eine Pilzinfektion der Haut (Tinea). Der Name kommt nur vom ringförmigen Aussehen der Hautstellen.

Am Körper an ringförmigen, randbetonten, schuppenden und juckenden Stellen. An der Kopfhaut an Schuppung, Rötung und manchmal kahlen Stellen mit abgebrochenen Haaren. Bei Verdacht ärztlich abklären lassen.

Von Tieren wie Katzen, von Mensch zu Mensch bei engem Hautkontakt und über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Mützen, Kämme oder Handtücher. Die Übertragung durch Haustiere wird oft übersehen.

Eine begrenzte Tinea am Körper meist mit einer Antipilz-Creme. Kopfpilz braucht eine innerliche Behandlung über mehrere Wochen, oft mit einem antimykotischen Shampoo dazu. Wichtig ist, die Behandlung vollständig durchzuführen.

Wenn ein Haustier den Pilz überträgt, sollte es tierärztlich untersucht und behandelt werden. Sonst steckt sich das Kind immer wieder neu an. Auch enge Kontaktpersonen werden je nach ärztlicher Empfehlung mitbehandelt.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Hautpilz, besonders am Kopf, gehört ärztlich abgeklärt und behandelt.

Quellen: AWMF-S1-Leitlinie: Tinea capitis (Reg.-Nr. 013-033)

Kommentare

der_papa_zwei

Der Name hat mich damals fast in Panik versetzt, ich dachte echt an einen Wurm. Dass es nur ein Hautpilz ist, war eine riesige Erleichterung. Dieser ringförmige rote Rand war bei uns das typische Zeichen.

Bei uns kam der Pilz übrigens von der Katze. Erst als der Tierarzt sie behandelt hat, kam der Ringwurm beim Kind nicht mehr wieder. Falls jemand Haustiere hat, unbedingt mitdenken!

iris.rasselbande

Wie lange muss man die Creme denn auftragen? Die Stelle sieht nach einer Woche schon viel besser aus, aber ich traue dem Frieden nicht.

Unsere Ärztin hat gesagt, mindestens eine bis zwei Wochen über das Abheilen hinaus weitercremen, sonst kommt er wieder. Genau das war unser Fehler beim ersten Mal, zu früh aufgehört.

Toller Hinweis, dass man die Stelle nicht mit Pflaster abdecken soll. Pilze mögen es ja feucht und warm, das macht es nur schlimmer.


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