Eine runde, gerötete Hautstelle mit einem betonten Rand, die schuppt und juckt: Das sieht aus wie ein kleiner Ring auf der Haut und heißt im Volksmund Ringwurm. Doch keine Sorge, mit einem Wurm hat das gar nichts zu tun. Dahinter steckt ein Hautpilz, der bei Kindern recht häufig vorkommt und gut behandelbar ist.
Weil der Name so irreführend ist, klären wir zuerst genau das auf und zeigen dir dann, woran du den Hautpilz erkennst, wie er übertragen wird, oft sogar von Haustieren, und wie er behandelt wird.
Kurz gesagt
Ringwurm ist kein Wurm, sondern eine Pilzinfektion der Haut (Tinea), ausgelöst durch Fadenpilze. Typisch sind ringförmige, randbetonte, schuppende und juckende Hautstellen. Übertragen wird der Pilz von Mensch zu Mensch, von Tieren wie Katzen und über gemeinsam genutzte Gegenstände. Hautpilz am Körper wird meist mit einer Creme behandelt, Kopfpilz braucht eine innerliche Behandlung. Bei Verdacht gehört dein Kind ärztlich abgeklärt.
Kein Wurm, sondern ein Pilz
Der Begriff Ringwurm stammt vom englischen ringworm und vom ringförmigen Aussehen der Hautstellen, ist aber medizinisch falsch. Verursacher sind Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten, vor allem aus den Gruppen Microsporum und Trichophyton. Diese Pilze ernähren sich von Hornsubstanz in Haut, Haaren und Nägeln. Mediziner sprechen von Tinea, je nach Ort etwa von Tinea corporis am Körper oder Tinea capitis an der Kopfhaut.

Wie sieht Hautpilz aus, und wie steckt man sich an?
Am Körper zeigt sich der Hautpilz als ringförmige, am Rand betonte, schuppende und meist juckende Stelle, die sich langsam ausbreitet. An der Kopfhaut, die bei Kindern besonders häufig betroffen ist, kommt es zu Schuppung, Rötung und manchmal zu kahlen Stellen, weil die Haare abbrechen.
Übertragen wird der Pilz auf drei Wegen, die du kennen solltest:
| Ansteckungsweg | Beispiel |
|---|---|
| Von Tieren | Häufig von Katzen, aber auch Hunden oder Nagern, die den Pilz tragen, ohne selbst krank zu wirken. |
| Von Mensch zu Mensch | Bei engem Hautkontakt, etwa beim Toben, Kuscheln oder Sport. |
| Über Gegenstände | Mützen, Kämme, Handtücher, Bettwäsche oder Sportmatten. |

Wie wird Hautpilz behandelt?
Hautpilz heilt nicht von allein und gehört ärztlich abgeklärt, denn die richtige Behandlung hängt davon ab, wo der Pilz sitzt. Eine begrenzte Tinea am Körper wird in der Regel örtlich mit einer Antipilz-Creme (Antimykotikum) behandelt. Befällt der Pilz dagegen die Kopfhaut, reicht eine Creme nicht aus, dann ist eine innerliche Behandlung mit Tabletten oder Saft über mehrere Wochen nötig, oft begleitet von einem antimykotischen Shampoo. Wichtig ist, die Behandlung konsequent bis zum Ende durchzuführen, auch wenn die Haut schon besser aussieht.
- Enge Kontakte mitbehandeln
Auch beschwerdefreie Familienmitglieder sollten je nach ärztlicher Empfehlung mitbehandelt werden, oft mit einem antimykotischen Shampoo. - Tier zum Tierarzt
Steckt ein Haustier dahinter, sollte es tierärztlich untersucht und behandelt werden, sonst kommt es zu erneuter Ansteckung. - Gegenstände nicht teilen
Mützen, Kämme, Handtücher und Bettwäsche nicht gemeinsam nutzen und regelmäßig wechseln.
Wann zum Arzt, und was ist mit der Kita?
Bei ringförmigen, juckenden Hautstellen oder kahlen, schuppigen Stellen auf dem Kopf solltest du dein Kind ärztlich vorstellen, gerade Kopfpilz braucht eine gezielte Behandlung und eine Bestimmung des Erregers. Wann dein Kind wieder in die Kita darf, richtet sich nach der ärztlichen Einschätzung und der begonnenen Behandlung. Persönliche Gegenstände sollten in dieser Zeit nicht geteilt werden.
Bei anderen Hautthemen hilft auch unser Beitrag zu Ausschlag bei Kindern. Eine Übersicht findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Ringwurm und Hautpilz
Nein. Trotz des Namens ist Ringwurm kein Wurm, sondern eine Pilzinfektion der Haut (Tinea). Der Name kommt nur vom ringförmigen Aussehen der Hautstellen.
Am Körper an ringförmigen, randbetonten, schuppenden und juckenden Stellen. An der Kopfhaut an Schuppung, Rötung und manchmal kahlen Stellen mit abgebrochenen Haaren. Bei Verdacht ärztlich abklären lassen.
Von Tieren wie Katzen, von Mensch zu Mensch bei engem Hautkontakt und über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Mützen, Kämme oder Handtücher. Die Übertragung durch Haustiere wird oft übersehen.
Eine begrenzte Tinea am Körper meist mit einer Antipilz-Creme. Kopfpilz braucht eine innerliche Behandlung über mehrere Wochen, oft mit einem antimykotischen Shampoo dazu. Wichtig ist, die Behandlung vollständig durchzuführen.
Wenn ein Haustier den Pilz überträgt, sollte es tierärztlich untersucht und behandelt werden. Sonst steckt sich das Kind immer wieder neu an. Auch enge Kontaktpersonen werden je nach ärztlicher Empfehlung mitbehandelt.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Hautpilz, besonders am Kopf, gehört ärztlich abgeklärt und behandelt.
Quellen: AWMF-S1-Leitlinie: Tinea capitis (Reg.-Nr. 013-033)
der_papa_zwei
Der Name hat mich damals fast in Panik versetzt, ich dachte echt an einen Wurm. Dass es nur ein Hautpilz ist, war eine riesige Erleichterung. Dieser ringförmige rote Rand war bei uns das typische Zeichen.