Was als harmloser Schnupfen beginnt, wird bei deinem Baby von Tag zu Tag schlechter: Es hustet, atmet schnell und angestrengt und trinkt kaum noch. Dahinter kann eine RSV-Infektion stecken. Für größere Kinder ist das RS-Virus meist nur eine Erkältung, für die Kleinsten kann es dagegen ernst werden.
Gerade bei Säuglingen ist es wichtig, die Warnzeichen zu kennen und rechtzeitig zu handeln. Hier liest du, wie sich RSV äußert, wann dein Baby ins Krankenhaus oder zum Notruf gehört, wie ansteckend das Virus ist und wie der neue Immunschutz für Säuglinge funktioniert.
Kurz gesagt
RSV ist ein weit verbreitetes Atemwegsvirus. Bei größeren Kindern verläuft es meist wie eine Erkältung, bei Säuglingen kann es die unteren Atemwege befallen und eine Bronchiolitis mit Atemnot auslösen. Achte bei Babys auf Warnzeichen wie schnelle, angestrengte Atmung, Atempausen, blaue Lippen oder Trinkverweigerung, dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Seit 2024 gibt es für alle Säuglinge einen empfohlenen Immunschutz.
Wie äußert sich eine RSV-Infektion?
Eine RSV-Infektion beginnt meist wie eine gewöhnliche Erkältung mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Bei einem Teil der Kinder, vor allem bei Säuglingen, wandert die Entzündung innerhalb von ein bis drei Tagen in die unteren Atemwege und führt zu einer Bronchiolitis.
| Verlauf | Anzeichen |
|---|---|
| Oberer Atemweg (Beginn) | Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, manchmal Fieber, wie eine Erkältung. |
| Untere Atemwege (Bronchiolitis) | Schneller, angestrengter Husten, beschleunigte Atmung, pfeifende Geräusche, reduzierter Allgemeinzustand, Trinkschwäche. |
| Dauer | Meist 3 bis 12 Tage, der Husten kann aber mehrere Wochen anhalten. |
Warnzeichen: wann dein Baby sofort versorgt werden muss
Bei Säuglingen kann sich eine RSV-Infektion rasch verschlechtern. Bring dein Baby umgehend in ärztliche Behandlung oder wähle bei akuter Atemnot den Notruf 112, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:
- Schnelle, angestrengte Atmung
Sichtbare Einziehungen zwischen den Rippen oder am Hals, die Nasenflügel bewegen sich beim Atmen. - Pfeifende Geräusche oder Atempausen
Hörbares Pfeifen beim Atmen oder Pausen, in denen das Baby kurz nicht atmet. - Blaue Lippen oder Haut
Eine bläuliche Verfärbung von Lippen, Mund oder Haut ist ein Notfall, sofort den Notruf 112 wählen. - Trinkverweigerung
Wenn dein Baby kaum noch trinkt, deutlich weniger nasse Windeln hat oder auffällig schlapp wirkt.
Besonders gefährdet sind Frühgeborene, Babys in den ersten Lebenswochen sowie Kinder mit einer Herz- oder Lungenerkrankung oder einem geschwächten Immunsystem. Bei ihnen solltest du noch wachsamer sein und im Zweifel früher ärztliche Hilfe holen.

Wie ansteckend ist RSV, und wann ist Saison?
RSV ist hoch ansteckend und wird über Tröpfchen sowie über Hände und Oberflächen übertragen. Das Virus hält sich eine Weile auf Händen und Gegenständen, weshalb gründliches Händewaschen so wichtig ist. Ansteckend sind Kinder in der Regel etwa drei bis acht Tage, Frühgeborene und abwehrgeschwächte Kinder teils deutlich länger. Die RSV-Saison läuft etwa von November bis April mit einem Höhepunkt im Januar und Februar.
Wie schütze ich mein Baby vor RSV?
Seit 2024 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für alle Neugeborenen und Säuglinge einen Immunschutz für ihre erste RSV-Saison. Dabei werden dem Baby einmalig fertige Antikörper gegeben (Wirkstoff Nirsevimab), die es sofort vor schweren Verläufen schützen. Babys, die zwischen April und September geboren werden, erhalten den Schutz im Herbst vor der Saison, später geborene möglichst bald nach der Geburt. Der Schutz senkt schwere RSV-Erkrankungen deutlich. Ob und wann er für dein Kind ansteht, bespricht ihr in der Kinderarztpraxis.
Daneben helfen die üblichen Hygieneregeln, gerade in der RSV-Saison: gründliches Händewaschen, Abstand von hustenden oder erkälteten Personen und Rauchfreiheit in der Umgebung des Babys.
Was hilft bei einer RSV-Infektion?
Eine Behandlung gegen das Virus selbst gibt es nicht, deshalb steht die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Wichtig sind freie Atemwege durch das Absaugen oder Befeuchten der Nase, ausreichend Flüssigkeit in kleinen Portionen und eine ruhige, rauchfreie Umgebung. Schwer betroffene Babys müssen im Krankenhaus überwacht werden, wo sie bei Bedarf Sauerstoff und Unterstützung beim Trinken bekommen.
Bei anhaltendem Husten hilft auch unser Beitrag zu Husten bei Kindern. Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu RSV
Bei schneller, angestrengter Atmung mit Einziehungen, pfeifenden Geräuschen, Atempausen, blauen Lippen oder wenn dein Baby kaum noch trinkt. Bei blauer Verfärbung oder akuter Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
Für größere Kinder verläuft RSV meist wie eine Erkältung. Für Säuglinge, besonders Frühgeborene und Kinder mit Herz- oder Lungenerkrankung oder geschwächtem Immunsystem, kann es jedoch ernst werden und eine Bronchiolitis mit Atemnot auslösen.
Seit 2024 wird für alle Säuglinge ein Immunschutz mit fertigen Antikörpern (Nirsevimab) für die erste RSV-Saison empfohlen. Dazu helfen Händewaschen, Abstand zu Erkälteten und eine rauchfreie Umgebung. Details bespricht die Kinderarztpraxis.
In der Regel etwa drei bis acht Tage, bei Frühgeborenen und abwehrgeschwächten Kindern teils deutlich länger. Übertragen wird das Virus über Tröpfchen sowie Hände und Oberflächen.
Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Wichtig sind freie Atemwege durch Absaugen oder Befeuchten der Nase, ausreichend Flüssigkeit in kleinen Portionen und Ruhe. Schwer betroffene Babys werden im Krankenhaus überwacht.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemnot deines Babys wähle sofort den Notruf 112.
Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber RSV · RKI: FAQ zur RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab · BZgA / kindergesundheit-info.de: RS-Virus-Infektion
Sonnenblume
Wir hatten RSV bei unserem Frühchen, das war die schlimmste Woche überhaupt. Im Krankenhaus haben sie ihn mit Sauerstoff unterstützt. Der Hinweis auf die schnelle Atmung und die eingezogenen Rippen war bei uns das entscheidende Warnzeichen.