Mal ist es eine hartnäckige Erkältung, mal ein rotes, tränendes Auge, mal Fieber mit Durchfall: Adenoviren zeigen sich bei Kindern auf ganz unterschiedliche Weise. Das macht sie schwer einzuordnen, beruhigend ist aber: Meist verlaufen die Infekte mild und gehen von allein vorbei.
Weil Adenoviren sehr ansteckend und in Kitas weit verbreitet sind, lohnt es sich, die typischen Bilder und die richtige Hygiene zu kennen. Hier liest du, wie sich eine Adenovirus-Infektion äußert, wie ansteckend sie ist und wann dein Kind ärztlich versorgt werden sollte.
Kurz gesagt
Adenoviren lösen sehr unterschiedliche Infekte aus, von Erkältung und Bindehautentzündung bis zu Magen-Darm-Beschwerden mit Fieber. Sie sind hoch ansteckend, verlaufen aber meist mild. Eine ursächliche Behandlung oder Impfung gibt es nicht, im Vordergrund stehen Linderung der Beschwerden und gute Hygiene. Bei einer Bindehautentzündung sollte dein Kind bis zur Abheilung nicht in die Kita.
Wie äußert sich eine Adenovirus-Infektion?
Adenoviren befallen unterschiedliche Bereiche, oft auch in Kombination. Das sind die häufigen Bilder:
| Betroffener Bereich | Typische Beschwerden |
|---|---|
| Atemwege | Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber wie bei einer Erkältung, möglich sind auch Bronchitis oder eine Lungenentzündung. |
| Augen | Rote, tränende, verklebte Augen (Bindehautentzündung), teils mit Halsschmerzen und Fieber. Eine besonders ansteckende Augenform ist die Keratokonjunktivitis epidemica, ihr Nachweis ist meldepflichtig. |
| Magen-Darm | Durchfall und Erbrechen mit Fieber, im Sommer oft als Brechdurchfall. |

Wie ansteckend sind Adenoviren?
Sehr. Adenoviren werden vor allem über die Hände und gemeinsam genutzte Gegenstände wie Handtücher übertragen (Schmierinfektion), außerdem über Tröpfchen. Die Augenformen können auch über Wasser, etwa im Schwimmbad, weitergegeben werden. Die Viren sind in der Umwelt sehr stabil und über Tage ansteckend. Genau deshalb sind konsequente Hygienemaßnahmen wichtig:
- Gründlich Hände waschen
Oft und gründlich mit Seife, vor allem nach dem Naseputzen, dem Toilettengang und vor dem Essen. - Handtücher nicht teilen
Eigenes Handtuch und eigener Waschlappen, gerade bei Augenbeteiligung. Häufig wechseln. - Augentropfen patientenbezogen
Verordnete Augentropfen nur für das erkrankte Kind verwenden, nicht weitergeben. - Oberflächen reinigen
Türklinken, Spielzeug und Wasserhähne regelmäßig säubern, da die Viren lange überleben.

Was hilft, und wann zum Arzt?
Eine Behandlung gegen das Virus selbst gibt es nicht, Antibiotika wirken nicht, und eine Impfung existiert nicht. Im Vordergrund steht, die Beschwerden zu lindern: ausreichend trinken, gerade bei Fieber und Durchfall, Ruhe und bei Bedarf ein fiebersenkendes Mittel nach ärztlicher Rücksprache. Bei Durchfall und Erbrechen gilt wie bei anderen Magen-Darm-Infekten, auf genug Flüssigkeit zu achten. Schwere oder langwierige Verläufe treten vor allem bei Kindern mit geschwächtem Immunsystem oder schweren Vorerkrankungen auf.
Ärztlichen Rat solltest du einholen bei einer Bindehautentzündung, bei hohem oder anhaltendem Fieber, bei Atembeschwerden und bei Zeichen einer Austrocknung. Wichtig: Bei einer ansteckenden Bindehautentzündung sollte dein Kind bis zur Abheilung nicht in die Kita oder Schule.
Mehr zu einzelnen Beschwerden findest du in unseren Beiträgen zu Bindehautentzündung und Durchfall bei Kindern. Eine Übersicht gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Adenoviren
Adenoviren sind weit verbreitete Viren, die bei Kindern sehr unterschiedliche Infekte auslösen können, von Erkältung und Bindehautentzündung bis zu Magen-Darm-Beschwerden mit Fieber. Meist verlaufen sie mild.
Sehr ansteckend, vor allem über die Hände und gemeinsam genutzte Gegenstände, außerdem über Tröpfchen und bei den Augenformen über Wasser. Die Viren sind in der Umwelt sehr stabil, daher ist gute Hygiene wichtig.
Nein. Adenoviren sind Viren, gegen die Antibiotika nicht wirken. Es gibt keine ursächliche Behandlung und keine Impfung, die Therapie lindert die Beschwerden.
Bei einer ansteckenden Bindehautentzündung sollte es bis zur Abheilung zu Hause bleiben. Bei anderen Beschwerden richtet sich die Rückkehr danach, ob es dem Kind wieder gut geht. Bei Magen-Darm-Beschwerden gelten die üblichen Regeln.
Bei einer Bindehautentzündung, hohem oder anhaltendem Fieber, Atembeschwerden und bei Zeichen einer Austrocknung durch Durchfall oder Erbrechen.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Augenbeteiligung, hohem Fieber oder Austrocknungszeichen wende dich an die Kinderarztpraxis.
Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Adenovirus-Konjunktivitis · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Sommergrippe, Brechdurchfall durch Enteroviren und Adenoviren
Mama_Conny
Adenoviren hatten wir im Winter gefühlt im Dauerlauf. Erst Bindehautentzündung, dann Durchfall, dann wieder Husten. Hartnäckig ist gar kein Ausdruck.