Dein Baby hat seit ein paar Tagen Schnupfen, und jetzt atmet es schnell und angestrengt, hustet und macht beim Atmen ein leises Pfeifen. Bei den ganz Kleinen kann hinter so einem Verlauf eine Bronchiolitis stecken, eine Entzündung der feinsten Atemwege. Meist wird sie durch das RS-Virus ausgelöst.
Die meisten Babys überstehen eine Bronchiolitis gut, manche brauchen aber Hilfe im Krankenhaus. Deshalb ist es wichtig, die Warnzeichen zu kennen. Hier liest du, wie sich eine Bronchiolitis äußert, wann dein Baby sofort versorgt werden muss und was zu Hause hilft.
Kurz gesagt
Eine Bronchiolitis ist eine Entzündung der kleinsten Atemwege, meist durch das RS-Virus, und betrifft vor allem Säuglinge. Aus einer Erkältung wird dabei eine erschwerte Atmung mit Pfeifen und Husten. Achte auf Warnzeichen wie schnelle Atmung mit Einziehungen, Trinkschwäche, Atempausen oder blaue Lippen, dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Behandelt wird vor allem unterstützend, Antibiotika helfen bei dieser Virusinfektion nicht.
Was ist eine Bronchiolitis?
Bei einer Bronchiolitis entzünden sich die feinsten Verästelungen der Atemwege, die Bronchiolen. Sie schwellen an und verengen sich, wodurch das Ausatmen schwerer fällt und das typische Pfeifen entsteht. Auslöser sind Viren, meist das RS-Virus, weshalb sich dieser Beitrag eng mit unserem Ratgeber zu RSV berührt. Fast alle Kinder machen bis zum zweiten Geburtstag eine RSV-Infektion durch, bei Säuglingen kann daraus eine Bronchiolitis werden.
| Verlauf | Anzeichen |
|---|---|
| Beginn | Wie eine Erkältung: Schnupfen, Husten, manchmal Fieber. |
| Verschlechterung | Nach ein bis drei Tagen schnelle, angestrengte Atmung, Husten und pfeifende Geräusche, vor allem beim Ausatmen. |
| Trinkverhalten | Durch die erschwerte Atmung trinkt das Baby oft schlechter. |
| Dauer | Meist 3 bis 12 Tage, der Husten kann mehrere Wochen nachhängen. |

Warnzeichen: wann dein Baby sofort versorgt werden muss
Eine Bronchiolitis kann sich bei Säuglingen rasch verschlechtern. Hol umgehend ärztliche Hilfe oder wähle bei akuter Atemnot den Notruf 112, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:
- Schnelle, angestrengte Atmung
Sichtbare Einziehungen zwischen den Rippen oder am Hals, mitatmende Nasenflügel. - Atempausen
Pausen, in denen dein Baby kurz nicht atmet, gerade bei sehr jungen Säuglingen. - Blaue Lippen oder Haut
Eine bläuliche Verfärbung ist ein Notfall, sofort den Notruf 112 wählen. - Trinkschwäche
Wenn dein Baby kaum noch trinkt, deutlich weniger nasse Windeln hat oder auffällig schlapp wirkt.
Besonders gefährdet sind Neugeborene, Frühgeborene und Babys mit einer Herz- oder Lungenerkrankung. Bei ihnen solltest du früher ärztliche Hilfe holen.
Was hilft bei einer Bronchiolitis?
Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, da Viren die Auslöser sind und Antibiotika hier nicht wirken. Im Vordergrund steht, deinem Baby das Atmen und Trinken zu erleichtern. Freie Atemwege durch das Befeuchten und vorsichtige Absaugen der Nase helfen, ebenso häufige kleine Trinkmengen. Sorge für eine ruhige, rauchfreie Umgebung. Schwerer betroffene Babys werden im Krankenhaus überwacht, wo sie bei Bedarf zusätzlichen Sauerstoff und Unterstützung beim Trinken bekommen.
Wie kann ich mein Baby schützen?
Da die Bronchiolitis meist durch das RS-Virus ausgelöst wird, schützt vor allem, was auch vor RSV schützt: gründliches Händewaschen, Abstand zu erkälteten Personen, eine rauchfreie Umgebung und der von der STIKO empfohlene RSV-Immunschutz für Säuglinge. Für bestimmte Hochrisikokinder, etwa Frühgeborene oder Kinder mit einem Herzfehler, gibt es zudem eine gezielte vorbeugende Antikörpergabe (Palivizumab oder Nirsevimab), die die Kinderarztpraxis veranlasst. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag zu RSV.
Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Bronchiolitis
RSV ist der Erreger, das Respiratorische Synzytial-Virus. Bronchiolitis ist die Erkrankung der kleinsten Atemwege, die häufig durch RSV ausgelöst wird. Eine RSV-Infektion kann bei Säuglingen zu einer Bronchiolitis führen.
Bei schneller, angestrengter Atmung mit Einziehungen, Atempausen, blauen Lippen oder wenn das Baby kaum noch trinkt. Bei akuter Atemnot oder blauer Verfärbung sofort den Notruf 112 wählen.
Die akute Phase dauert meist drei bis zwölf Tage. Der Husten kann danach noch mehrere Wochen anhalten, auch wenn es dem Baby sonst schon besser geht.
Nein. Die Bronchiolitis wird durch Viren ausgelöst, gegen die Antibiotika nicht wirken. Die Behandlung ist unterstützend: freie Atemwege, ausreichend Flüssigkeit und bei schweren Verläufen Überwachung im Krankenhaus.
Vor allem durch Schutz vor RSV: gründliches Händewaschen, Abstand zu Erkälteten, eine rauchfreie Umgebung und den von der STIKO empfohlenen RSV-Immunschutz für Säuglinge.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemnot deines Babys wähle sofort den Notruf 112.
Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: RS-Virus-Infektion (Bronchiolitis) · Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber RSV
lisa_87
Unsere Kleine kam mit acht Wochen mit Bronchiolitis ins Krankenhaus. Das pfeifende, mühsame Atmen mitten in der Nacht vergesse ich nie. Der Tipp, auf die Atemfrequenz zu achten, ist Gold wert.