Ein Kind, das sich vor allem nachts unaufhörlich kratzt, dazu kleine Knötchen und feine Linien auf der Haut: Dahinter kann Krätze stecken. Der Gedanke löst bei vielen Eltern Unbehagen aus, dabei hat Krätze nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und ist heute gut behandelbar.
Hier liest du, was Krätze ist, wie sie übertragen wird, woran du sie erkennst, was bei Kita und Schule gilt und wie die Behandlung abläuft.
Kurz gesagt
Krätze (Skabies) wird durch winzige Krätzmilben ausgelöst, die Gänge in die oberste Hautschicht graben. Übertragen wird sie vor allem durch längeren, engen Haut-zu-Haut-Kontakt, weshalb oft die ganze Familie betroffen ist, nicht durch mangelnde Hygiene. Leitsymptom ist starker, nachts verstärkter Juckreiz. Behandelt wird meist mit einer ärztlich verordneten Creme, enge Kontaktpersonen werden mitbehandelt. Bis zur ersten Behandlung darf das Kind nicht in Kita oder Schule. Der Juckreiz kann nach erfolgreicher Behandlung noch Wochen anhalten.
Was ist Krätze?
Krätze, medizinisch Skabies, wird durch die Krätzmilbe ausgelöst, ein winziges Spinnentier von weniger als einem halben Millimeter Größe. Die weiblichen Milben graben feine Gänge in die oberste Hautschicht und legen dort ihre Eier ab. Auf der Haut zeigen sich manchmal feine, kommaartig gewundene Linien, dazu rötliche Knötchen und Pusteln. Die Beschwerden entstehen vor allem durch eine allergische Reaktion des Körpers auf die Milben und ihre Ausscheidungen.

Wie wird Krätze übertragen?
Krätze ist ansteckend, aber nicht so leicht, wie viele denken. Übertragen wird sie fast immer durch längeren, engen Haut-zu-Haut-Kontakt von einigen Minuten, etwa beim Kuscheln, Tragen oder gemeinsamen Schlafen. Ein kurzes Händeschütteln reicht in der Regel nicht. Deshalb stecken sich vor allem enge Kontaktpersonen an, und nicht selten ist die ganze Familie betroffen. Eine Übertragung über Textilien ist bei der gewöhnlichen Krätze möglich, aber selten. Ganz wichtig zu wissen: Krätze ist keine Frage von Sauberkeit und kein Grund, sich zu schämen.
Nach einer erstmaligen Ansteckung dauert es oft zwei bis fünf Wochen, bis der Juckreiz einsetzt. Wer sich erneut ansteckt, reagiert dagegen schon nach wenigen Tagen.
Woran erkenne ich Krätze?
Das wichtigste Zeichen ist starker Juckreiz, der sich nachts und bei Bettwärme verschlimmert. Wo die typischen Stellen liegen, hängt vom Alter ab:
- Bei Säuglingen und Kleinkindern
Hier sind oft auch Kopf, Gesicht sowie Handinnenflächen und Fußsohlen betroffen, anders als bei Erwachsenen. - Bei älteren Kindern
Typisch sind die Finger- und Zehenzwischenräume, die Handgelenke, Achseln, Ellenbogen und der Genitalbereich. - Sichtbare Spuren
Manchmal erkennt man feine, gewundene Milbengänge, dazu Knötchen, Kratzspuren und kleine Pusteln. - Verstärkter Juckreiz nachts
Wenn dein Kind sich vor allem im warmen Bett heftig kratzt, ist das ein wichtiger Hinweis. Die Diagnose stellt die Praxis.

Behandlung und was bei Kita und Schule gilt
Krätze lässt sich gut behandeln. Mittel der ersten Wahl ist meist eine Creme mit dem Wirkstoff Permethrin, die auf die Haut aufgetragen wird, bei größeren Kindern unter Umständen auch ein Mittel zum Einnehmen. Welches Mittel und welche Anwendung für dein Kind passen, legt die ärztliche Praxis fest, gib also nichts auf eigene Faust. Ganz entscheidend: Enge Kontaktpersonen, also meist die ganze Familie, werden zeitgleich mitbehandelt, auch wenn sie noch keine Beschwerden haben. Sonst stecken sich alle immer wieder gegenseitig an.
Begleitend wird die Wäsche behandelt: Kleidung, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad waschen, Nicht-Waschbares für einige Tage gut verschlossen auslagern, weil die Milben ohne Mensch nicht lange überleben. Wegen der Ansteckungsgefahr darf dein Kind bei Krätze vorübergehend nicht in Kita oder Schule. Nach Abschluss der ersten ordnungsgemäßen Behandlung ist eine Rückkehr in der Regel wieder möglich, die Einrichtung muss informiert werden. Lass dich zum genauen Vorgehen ärztlich beraten.
Noch ein beruhigender Hinweis: Der Juckreiz kann auch nach erfolgreicher, nicht mehr ansteckender Behandlung noch Wochen anhalten. Das ist eine abklingende Reaktion der Haut und kein Zeichen, dass die Behandlung nicht gewirkt hat.
Andere juckende Hautthemen findest du etwa unter Warzen bei Kindern. Eine Übersicht weiterer Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Krätze bei Kindern
Nein. Krätze hat nichts mit Sauberkeit zu tun. Sie wird durch längeren, engen Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen und kann jeden treffen. Sich dafür zu schämen ist nicht nötig.
Wichtigstes Zeichen ist starker Juckreiz, der nachts und bei Bettwärme schlimmer wird. Bei kleinen Kindern sind oft Kopf, Handflächen und Fußsohlen betroffen, bei älteren die Fingerzwischenräume, Achseln und Handgelenke. Die Diagnose stellt die Praxis.
Meist mit einer ärztlich verordneten Creme, oft mit dem Wirkstoff Permethrin, bei größeren Kindern teils mit einem Mittel zum Einnehmen. Enge Kontaktpersonen werden zeitgleich mitbehandelt, und die Wäsche wird bei mindestens 60 Grad gewaschen.
Nein, bis zur Behandlung nicht. Wegen der Ansteckungsgefahr besteht ein vorübergehendes Besuchsverbot. Nach Abschluss der ersten ordnungsgemäßen Behandlung ist die Rückkehr in der Regel wieder möglich. Die Einrichtung muss informiert werden.
Der Juckreiz kann nach erfolgreicher Behandlung noch Wochen anhalten. Das ist eine abklingende Reaktion der Haut auf die abgetöteten Milben und kein Zeichen, dass die Behandlung versagt hat. Im Zweifel ärztlich abklären lassen.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Krätze wende dich an die Kinderarzt- oder Hautarztpraxis.
Quellen: RKI-Ratgeber: Skabies (Krätze) · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Krätze, Symptome und Krankheitsbild · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Krätze, Therapie
Tanja_K
Wir hatten Krätze aus der Kita und ich hab am Anfang gar nicht verstanden, warum das Jucken nachts so viel schlimmer war. Genau das beschreibt ihr richtig. Die ganze Familie musste mitbehandelt werden.