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Eitrige Mandelentzündung bei Kindern: Streptokokken-Angina

Veröffentlicht

13.02.2024

Aktualisiert

20.06.2026

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Eitrige Mandelentzündung bei Kindern: Streptokokken-Angina

Dein Kind klagt plötzlich über starke Halsschmerzen, hat hohes Fieber und kann kaum schlucken, beim Blick in den Hals sind die Mandeln knallrot und mit weißen Stippchen belegt. Husten und Schnupfen fehlen dagegen. Das spricht für eine Streptokokken-Angina, eine eitrige Mandelentzündung durch Bakterien, die anders als die meisten Halsentzündungen mit Antibiotika behandelt wird.

Die Unterscheidung von einer harmlosen viralen Halsentzündung ist wichtig, denn nur die bakterielle Form profitiert von einem Antibiotikum. Hier liest du, woran du sie erkennst, wie sie festgestellt und behandelt wird und warum die konsequente Behandlung Folgeerkrankungen vorbeugt.

Streptokokken-Angina oder virale Halsentzündung?

Die meisten Halsentzündungen sind viral und brauchen kein Antibiotikum. Einige Zeichen sprechen aber eher für eine bakterielle Streptokokken-Angina:

MerkmalEher StreptokokkenEher viral
BeginnPlötzlich, mit hohem FieberEher schleichend
MandelnHochrot, geschwollen, eitrige StippchenGerötet, meist ohne dicke Beläge
Husten und SchnupfenFehlen meistTypisch vorhanden
BegleitendBei Kindern oft Bauchschmerzen, Erbrechen, Erdbeerzunge, geschwollene HalslymphknotenHeiserkeit, allgemeine Erkältungszeichen
Hinweise zur Unterscheidung. Sicher klären lässt sich das nur ärztlich, unter anderem mit einem Rachenabstrich. Quelle: RKI, kinderaerzte-im-netz.
Ein Rachenabstrich klärt, ob Streptokokken die Ursache sind

Wie wird die Diagnose gestellt?

Allein am Aussehen lässt sich nicht sicher sagen, ob Streptokokken die Ursache sind. Die Praxis stützt sich auf das Beschwerdebild und kann mit einem Rachenabstrich nachhelfen: Ein Schnelltest liefert rasch ein Ergebnis, im Zweifel folgt eine Laborkultur. Wichtig ist diese Abklärung, damit nicht jede harmlose virale Halsentzündung unnötig ein Antibiotikum bekommt.

Wie wird behandelt, und warum konsequent?

Bestätigt sich die Streptokokken-Angina, wird sie mit einem Antibiotikum behandelt, in der Regel Penicillin über etwa zehn Tage. Wichtig ist, das Mittel genau und über die gesamte verordnete Dauer zu geben, auch wenn es deinem Kind schon nach zwei, drei Tagen besser geht. Der Grund: Eine konsequente Behandlung beugt seltenen, aber ernsten Folgeerkrankungen vor, etwa dem rheumatischen Fieber mit möglichen Herzklappenschäden, einer Nierenentzündung oder einem Abszess neben der Mandel. Begleitend helfen Schmerz- und Fiebermittel nach ärztlicher Rücksprache, kühle Getränke und weiche Kost. Ein Hinweis: Steckt in Wahrheit ein Pfeiffersches Drüsenfieber hinter den Beschwerden, werden Amoxicillin und Ampicillin gemieden, weil sie dann einen Hautausschlag auslösen.

Übrigens: Bildet sich zusätzlich ein feiner, sandpapierartiger Ausschlag, handelt es sich um Scharlach, der vom selben Erreger ausgelöst wird. Mehr dazu liest du im Beitrag zu Scharlach.

Ansteckung und Wiederzulassung

Die Streptokokken werden über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Ohne Behandlung bleibt dein Kind länger ansteckend, mit einem wirksamen Antibiotikum endet die Ansteckungsfähigkeit nach etwa 24 Stunden. Entsprechend darf dein Kind frühestens 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung und nach Abklingen des Fiebers wieder in die Kita oder Schule. Ohne Antibiotikum erst, wenn es seit etwa einem Tag beschwerdefrei ist.

Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zur Streptokokken-Angina

Nein. Die meisten Halsentzündungen sind viral und brauchen kein Antibiotikum. Nur die bakterielle Streptokokken-Angina wird mit Penicillin behandelt. Deshalb ist die ärztliche Abklärung, oft mit Rachenabstrich, wichtig.

An plötzlichen starken Halsschmerzen mit hohem Fieber und eitrig belegten Mandeln, meist ohne Husten und Schnupfen. Bei Kindern kommen oft Bauchschmerzen oder Erbrechen dazu. Sicher feststellen lässt es sich mit einem Rachenabstrich.

Um seltene, aber ernste Folgeerkrankungen wie rheumatisches Fieber oder eine Nierenentzündung zu vermeiden. Auch wenn es dem Kind schnell besser geht, sollte die verordnete Dauer eingehalten werden.

Frühestens 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikabehandlung und nach Abklingen des Fiebers. Ohne Antibiotikum erst, wenn das Kind seit etwa einem Tag beschwerdefrei ist.

Beide werden vom selben Erreger ausgelöst, den A-Streptokokken. Kommt zur Halsentzündung ein feiner, sandpapierartiger Hautausschlag dazu, spricht man von Scharlach.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken Halsschmerzen mit hohem Fieber wende dich an die Kinderarztpraxis.

Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Streptococcus-pyogenes-Infektionen · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Halsschmerzen / Mandelentzündung, Symptome · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Mandelentzündung, Therapie

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