Von einer Stunde auf die andere ist dein Kleinkind richtig krank: heftiger wässriger Durchfall, Erbrechen, Fieber, Bauchweh. Rotaviren sind weltweit eine der häufigsten Ursachen für schwere Magen-Darm-Infekte bei kleinen Kindern, und sie sind extrem ansteckend. Schon kleinste Spuren reichen für eine Ansteckung.
Die wichtigste Aufgabe ist jetzt, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, denn vor allem Säuglinge trocknen schnell aus. Hier liest du, wie du dein Kind richtig versorgst, woran du eine Austrocknung erkennst und warum es gegen Rotaviren eine Schluckimpfung gibt.
Kurz gesagt
Rotaviren lösen einen schweren, wässrigen Durchfall mit Erbrechen und Fieber aus, der meist zwei bis sechs Tage dauert. Die Hauptgefahr ist die Austrocknung, besonders bei Säuglingen. Das Wichtigste ist deshalb, Flüssigkeit und Salze mit einer Elektrolytlösung zu ersetzen. Eine Behandlung gegen das Virus gibt es nicht. Für Säuglinge gibt es eine von der STIKO empfohlene Schluckimpfung ab der sechsten Lebenswoche.
Woran erkenne ich eine Rotavirus-Infektion?
Nach einer kurzen Inkubationszeit von ein bis drei Tagen beginnt die Erkrankung meist abrupt. Typisch ist die Kombination aus heftigem Durchfall und Erbrechen, die kleine Kinder oft stärker trifft als andere Magen-Darm-Erreger.
| Merkmal | So zeigt es sich |
|---|---|
| Beginn | Plötzlich, oft mit Erbrechen, kurz darauf wässriger Durchfall. |
| Begleitend | Fieber und Bauchschmerzen, deutliches Krankheitsgefühl. |
| Dauer | Meist zwei bis sechs Tage. |
| Hauptgefahr | Rascher Verlust von Flüssigkeit und Salzen, vor allem bei Säuglingen. |
Das Wichtigste: Flüssigkeit ausgleichen
Gegen das Virus selbst gibt es keine Behandlung, Antibiotika helfen nicht. Entscheidend ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Am besten gelingt das mit einer Elektrolyt- oder Rehydratationslösung aus der Apotheke, die du genau nach Anleitung anrührst und in kleinen Mengen häufig anbietest. Gestillte Babys werden weiter und häufiger angelegt.
Achte auf Warnzeichen einer Austrocknung, dann gehört dein Kind rasch in die Praxis, bei Babys im Zweifel immer:
- Trockener Mund, kaum Tränen
Lippen und Zunge wirken trocken, beim Weinen kommen wenige oder keine Tränen. - Weniger nasse Windeln
Deutlich seltener Wasserlassen, dunkler Urin. - Eingesunkene Augen oder Fontanelle
Bei Babys auch eine eingesunkene weiche Stelle am Kopf. - Schlappheit
Auffällige Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit oder wenn das Kind nichts bei sich behält.

Schluckimpfung: Schutz für die Kleinsten
Weil Rotaviren bei Säuglingen besonders schwer verlaufen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2013 eine Schluckimpfung. Sie wird früh begonnen, ab der sechsten Lebenswoche, und je nach Impfstoff in zwei oder drei Dosen als Tropfen in den Mund gegeben. Die Impfserie sollte früh begonnen und je nach Impfstoff bis etwa zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein. Die Impfung schützt zuverlässig vor schweren Verläufen.
In den ersten Tagen nach der ersten Impfung besteht ein sehr geringes Risiko für eine Darmeinstülpung (Invagination). Achte in dieser Zeit auf Warnzeichen wie plötzliche, krampfartige Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, blutige oder schleimige Stühle oder schrilles Schreien mit Anziehen der Beine, und such dann sofort ärztliche Hilfe. Den Nutzen und das geringe Risiko bespricht ihr in der Kinderarztpraxis.
Ansteckung und Wiederzulassung
Rotaviren sind extrem ansteckend und werden über kleinste Stuhlspuren von Hand zu Mund übertragen. Gründliches Händewaschen mit Seife nach dem Wickeln und Toilettengang sowie das Reinigen von Oberflächen bremsen die Ausbreitung in der Familie. Kinder unter sechs Jahren mit einer ansteckenden Magen-Darm-Erkrankung dürfen die Kita vorübergehend nicht besuchen, die Rückkehr ist als Faustregel etwa zwei Tage nach Abklingen von Durchfall und Erbrechen möglich.
Mehr zu Magen-Darm-Infekten findest du in unseren Beiträgen zu Durchfall und Norovirus. Eine Übersicht gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Rotavirus
Meist zwei bis sechs Tage. Der Durchfall ist oft wässrig und heftig, dazu kommen Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen. Bei kleinen Kindern verläuft sie häufig schwerer als andere Durchfallerkrankungen.
Der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen mit einer Elektrolytlösung aus der Apotheke, in kleinen Mengen häufig angeboten. Gestillte Babys werden weiter angelegt. Gegen das Virus selbst gibt es keine Behandlung, Antibiotika helfen nicht.
Die STIKO empfiehlt sie ab der sechsten Lebenswoche, je nach Impfstoff in zwei oder drei Schluckdosen. Die Impfserie sollte früh abgeschlossen sein und schützt zuverlässig vor schweren Verläufen.
In den ersten Tagen nach der ersten Dosis besteht ein sehr geringes Risiko für eine Darmeinstülpung. Bei plötzlichen krampfartigen Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, blutigen Stühlen oder schrillem Schreien mit Anziehen der Beine sofort ärztliche Hilfe holen.
Kinder unter sechs Jahren mit ansteckender Magen-Darm-Erkrankung dürfen vorübergehend nicht in die Einrichtung. Als Faustregel gilt die Rückkehr etwa zwei Tage nach Abklingen von Durchfall und Erbrechen.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Säuglingen und Austrocknungszeichen wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis.
Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Rotaviren-Gastroenteritis · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Rotavirus-Infektion
Bianca
Rotavirus war bei uns die heftigste Magen-Darm-Geschichte überhaupt. Der wässrige Durchfall kam im Schwall und unser Baby wurde richtig schlapp. Die Schluckimpfung haben wir beim zweiten Kind sofort machen lassen.